Blog 19. Apr. 2024

Gesundheit und Fürsorge im Franchise

Gesundheit und Fürsorge im Franchise

Eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse Pronova BKK zeigt, dass sich über 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland selbst für Burnout-gefährdet halten. Die Zahlen liegen deutlich höher als vor der Corona-Pandemie. Die Gründe dafür reichen von Überstunden über Termindruck bis hin zu permanenter Erreichbarkeit. Auch Franchisegeber und Franchisenehmer sind hiervor nicht geschützt.

Daher gehört es zu den Aufgaben der Franchisepartner, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter im Blick zu behalten. Kommt hier auf Franchisegeber die doppelte Aufgabe zu, sich um die eigenen Mitarbeiter in der Firmenzentrale sowie um seine Franchisenehmer zu kümmern?

Wie auch bei Bewerbungen um andere Arbeitsplätze sollten Franchisegeber bei der Auswahl neuer Franchisenehmer darauf achten, belastbare Partner ins Boot zu holen. Zugleich sollten Franchisegeber ihre eigenen Ziele regelmäßig überprüfen. Sind diese realistisch? Oder wollen sie zu viel in zu kürzer Zeit? Auch Fragen, ob sie vielleicht zu viel von den Franchisegebern erwarten oder den weiteren Ausbau des Franchises zu schnell vorantreiben, gehören hierzu. Idealerweise bringen alle Franchisepartner die Fähigkeit zur Selbstreflexion mit

 

Gesundheit nicht vernachlässigen

Viele Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit am Arbeitsplatz. Allein aus diesem Grund sollte die körperliche und mentale Gesundheit nicht unterschätzt werden. Ein zusätzlicher Auslöser für Stress sind die steigenden Anforderungen an Beschäftigte, was mit höherem Leistungsdruck einhergeht. Dies gilt nicht zuletzt auch für Franchisegeber, die von ihren Franchisenehmern vorgegebene Leistungen erwarten. Besteht hier die Gefahr, dass sich Franchisenehmer unter Druck gesetzt fühlen und diesen Druck an ihre eigenen Mitarbeiter weitergeben? Erschöpfung und andere psychische Erkrankungen können die Folge sein.

Franchisepartner sollten daher ein Bewusstsein für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter entwickeln. Dies kann auch beispielsweise über entsprechende Schulungen gelingen. Oder Sie setzen das Thema auf die Agenda der nächsten Jahresversammlung? Eine Idee wäre es auch, einen Experten zum Thema mentale Gesundheit zu einem Vortrag einzuladen. Einige Unternehmen ernennen auch einen Beauftragten für mentale Gesundheit. An diesen können sich Mitarbeiter bei Problemen wenden und um Hilfe bitten. Denkbar ist, dass eine solche Position auch in einem Franchise-Systeme installiert wird.

 

Verantwortung für Mitarbeiter

Geht es Mitarbeitern gut, sind sie auch in der Lage, produktiver und kreativer zu arbeiten. Franchisegeber wie auch Franchisenehmer in ihrer Funktion als Vorgesetzter der eigenen Mitarbeiter stehen in der Verantwortung, eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Generell können Franchisegeber wie auch Franchisenehmer einige Aspekte umsetzen, um die Gesundheit ihrer Franchisepartner und Mitarbeiter zu fördern. Dabei geht es in erster Linie darum, die Gefahr der Überlastung zu minimieren.

 

Überlastung vermeiden

Wie hoch ist der Arbeitsumfang der einzelnen Mitarbeiter wie auch der Franchisenehmer? Vorgesetzte sollten hier Limits setzen und die Mitarbeiter an den einzelnen Standorten sollten eine maximale Anzahl an Arbeitsstunden (inklusive Überstunden) im Monat nicht überschreiten. Natürlich gibt es immer wieder Zeiten, in denen besonders viel zu tun ist. In diesem Fall sollten Chefs darauf achten, die Arbeit möglichst fair aufzuteilen und einen Ausgleich schaffen.

Merkt ein Franchisegeber, dass ein Franchisepartner zu viel arbeitet oder überfordert ist – was auch leicht zu Fehlern führen kann – sollte der Franchisegeber den Franchisenehmer darauf ansprechen und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden, um dem Partner die Arbeit zu erleichtern. Ohnehin sollten beide Seiten eine gute Gesprächsebene finden und beibehalten. Dies kann auch helfen, Konflikte zu vermeiden.

 

Auszeiten ermöglichen

Chefs sollten zudem Auszeiten ermöglichen, nicht nur in der Form von gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubstagen. Arbeitet ein Mitarbeiter am Wochenende, sollte ein zusätzlicher freier Tag unter der Woche möglich sein. Zudem kann beispielsweise ein optionaler Homeoffice-Tag eine Erleichterung darstellen. Vielleicht hat sich im Franchise-System auch eine Art betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert. Hier gibt es mittlerweile zahlreichen Wege wie Vergünstigungen bei Abos für Fitnessstudios. Viele Franchise-Systeme lassen sich so aufbauen, dass Franchisenehmer von einer gewissen Zeitflexibilitätprofitieren und auch remote arbeiten können.

Nicht zuletzt spielen Sensibilität in der Sprache sowie eine wertschätzende Kommunikation eine große Rolle. Im gesamten Franchise-System sollte darauf geachtet werden, auch abseits von offiziellen Dokumenten eine Sprechweise zu nutzen, die niemanden diskriminiert. Zugleich sollte jede Kommunikation wertschätzend und auf Augenhöhe sein.

Ein Franchisegeber, der für seine Franchisenehmer ein offenes Ohr hat, wird auch in Konfliktsituationen eher eine gute Lösung finden. Zudem kommen Franchisenehmer womöglich früher zu ihm, wenn sie ein persönliches Problem belastet. So lässt sich frühzeitig ein Schaden für den Standort oder gar für das ganze Franchise-System abwenden.

 

Auf Bewegung und gesunde Ernährung achten

Wir alle wissen, wie wichtig ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung sind, doch gerade in stressigen Arbeitsphasen vernachlässigen viele Menschen beides. Dabei wissen wir alle, dass Gesundheit die Grundlage für gute Leistungen und Erfolg ist. Franchisenehmer sind selbst für ihr Unternehmen verantwortlich und müssen zugleich gegenüber dem Franchisegeber Rechenschaft ablegen. Dies kann rasch zu einer Überforderung führen. Daher ist es ratsam, sich einen Ausgleich zur oftmals stressigen Arbeit zu suchen.

Dies gilt sicher auch für Franchisegeber: Gerade sehr engagierte Franchise-Gründer haben eine Doppelbelastung: Sie sind für ihre eigenen Mitarbeiter und das eigene Unternehmen verantwortlich, zugleich aber auch für ihr Franchise und ihre Franchisenehmer.

 

Viel Arbeit am Schreibtisch

Die To-do-Liste ist lang und letztlich sitzen wir doch länger am Schreibtisch als geplant. Rasch kommt es zu Nacken- oder Rückenschmerzen. Der erste Schritt zu mehr Gesundheit am Arbeitsplatz ist daher ein gut ausgestattetes Büro mit ergonomischen Schreibtischstühlen und -tischen. Viele Franchisenehmer starten mit ihrem neuen Unternehmen im Homeoffice. Daher sollten sie auch zuhause auf eine gute Büroausstattung achten. Franchisegeber können hier Unterstützungsangebote zur Verfügung stellen.

Generell verbringen wir zu viel Zeit im Sitzen. Daher sollte jeder Beschäftigte darauf achten, genug Bewegung zu bekommen. Dies muss nicht bedeuten, jeden Tag nach der Arbeit ins Fitnessstudio zu gehen; auch ein längerer Spaziergang in der Mittagspause kann bereits viel bringen.

Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse erhöht die Konzentration und Produktivität. Wie auch in vielen anderen Unternehmen mittlerweile üblich, achten auch viele Franchise-Unternehmen auf eine gesunde Ernährung am Arbeitsplatz: Sei es ein vegetarisches Menü in der Kantine oder ein Korb mit frischem Obst im Büro.

 

Rechtliche Vorgaben zum Arbeitsschutz beachten

Spätestens wenn ein Franchisenehmer eigene Mitarbeiter einstellt, muss er sich auch mit den rechtlichen Vorgaben zum Gesundheitsschutz beschäftigen. Die wichtigsten Vorschriften sind in der Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) festgehalten. Arbeitgeber haben demnach u.a. dafür zu sorgen, dass jeder Arbeitsplatz sicher eingerichtet ist. Dies gilt insbesondere mit Blick auf Hygiene, technische Voraussetzungen und ergonomische Anforderungen.

Es ist also unerlässlich, dass sich Franchisegeber und Franchisenehmer mit der körperlichen und geistigen Gesundheit ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen. Fragen zu Themen wie der Kommunikation mit Franchisenehmern beantwortet Christian Becker von Artemis Franchise ausführlich. Vereinbaren Sie jetzt einen kostenlosen Ersttermin!

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