Blog 21. Mai 2024

Franchise-Finanzierung auch mit wenig Eigenkapital

 

Franchise-Finanzierung auch mit wenig Eigenkapital

Je nach Franchise-System kommen auf zukünftige Franchisenehmer unterschiedliche Kosten zu. Die Eintrittsgebühren können bei 5.000 bis 20.000 Euro liegen. Hinzu kommen Ausgaben für Einrichtung oder die ersten Waren. Diese Kosten sind ebenso wie Mieten geringer, wenn das Franchise vom Homeoffice ausgeführt wird. Falls dies nicht der Fall ist, sollten beide Seiten die Kosten für das Franchise nicht unterschätzen. Später sind die Umsatzchancen oft gut, da jedes Franchise auf einem bewährten Geschäftsmodell aufbaut.

 

Unter Umständen hohe Kosten in der Anfangsphase

So können leicht Investitionskosten von 20.000 bis 150.000 Euro für den Franchisenehmer zusammenkommen. Die laufenden Franchisegebühren sind hier noch nicht eingerechnet. Meist wird dies über eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital finanziert. Daher ist es nicht unüblich, dass angehende Franchisenehmer einen Kredit aufnehmen müssen. Häufig ist eine Eigenmittel-Quote von rund 20 Prozent erwünscht. Diese zeigt die Bonität des Gründers, wie auch seine Risikobereitschaft.

Hier ergeben sich bei einem Franchise Vorteile gegenüber einer anderen Form der Firmengründung. Die Banken wissen, dass ein etabliertes System hinter dem Franchise steht, das sich bereits am Markt bewiesen hat. Aus diesem Grund schätzen Banken die Gefahr eines Zahlungsausfalls geringer ein. Sie achten oftmals eher auf Aspekte wie die Wahl des Standorts. Idealerweise sollten Franchisenehmer aber in der Lage sein, einen Teil der Kosten für den Start des Franchise aus eigenen Mitteln aufzubringen und Sicherheiten bei der Bank angeben.

 

Banken mit Franchise-Erfahrung

Einige Banken haben eine eigene Abteilung für Franchises und beraten Franchisegeber und Franchisenehmer umfassend. Mit einigen davon arbeitet auch der Deutsche Franchiseverband zusammen. Für viele Gründer ist die Sparkassen-Finanzgruppe eine erste Anlaufstelle. Dank ihrer zahlreichen Standorte im ganzen Land verfügen diese über gute Kenntnisse zur regionalen Wirtschaft. Seit 2009 verfügen die Sparkassen zudem über ein zentrales Franchise-Informationssystem, auf dieses die Bankberater zugreifen können.

Gelingt dies nicht, kann eine Bürgschaft eine Alternative sein. In diesem Fall läuft die Franchise-Finanzierung ebenfalls über die Hausbank, im Hintergrund steht aber eine Bürgschaftsbank der Bundesländer. Diese erleichtert den Zugang zu Krediten für Gründer, die keine ausreichenden Sicherheiten hinterlegen können. Diese übernehmen in vielen Fällen bis zu 80 Prozent des Kreditausfallrisikos. Der angehende Franchisenehmer muss also nur 15 bis 20 Prozent als Eigenkapital aufbringen, um einen Kredit zu erhalten.

Weitere Vorteile haben Franchises, die Vollmitglied im Deutschen Franchise-Verband (DFV) sind und dessen System-Check erfolgreich durchlaufen haben. Der Verband arbeitet mit dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken zusammen. Dies erhöht die Chancen auf eine Bürgschaft und somit einen Kredit.

Neben der Hausbank sind auch die Förderbanken der Länder und die KfW gute Anlaufstellen. Hier können Franchisenehmer auf günstige Darlehen hoffen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Fördergelder aus Fonds zu beantragen. Zudem helfen viele Franchisegeber ihren Partnern, um die Finanzierung zu stemmen. Neben Krediten kommen auch Förderprogramme infrage. Über diese können die örtlichen Industrie- und Handelskammern beraten. Wer sich selbst einen Überblick verschaffen möchte, kann dies über www.foerderdatenbank.de.

 

Eigene finanzielle Mittel einbringen

Einige Franchise-Systeme erwarten allerdings mehr als 20 Prozent Eigenkapital für die Gründung eines neuen Standorts. Das Einbringen eigener finanzieller Mittel ist somit Voraussetzung, um Teil des Franchise-Systems zu werden. Erwarten Franchisegeber hier einen vergleichsweise hohen Anteil, so hat dies oft den Hintergrund, dass sie Franchisenehmer mit höherer Risikobereitschaft suchen. Sie gehen zudem aus, dass Franchisenehmer, die mehr Eigenkapital einbringen, auch motivierter sind. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Franchise-Systeme, gerade im Dienstleistungssektor, bei denen die Investitionskosten nur wenige Tausend Euro betragen und mit deutlich geringerem finanziellem Aufwand gestartet werden können.

Bei einem Großteil der Wege zur besten Finanzierung müssen Gründer einen Businessplan vorlegen. Bei diesem kann der Franchisegeber beratend zur Seite stehen, dazu verpflichtet ist er jedoch nicht. Zum Businessplan gehört ein möglichst genauer Finanzplan. Dieser beschreibt die Investitionskosten sowie den Kapitalbedarf ebenso wie die erwarteten Umsätze und laufende Kosten. Über einen guten Businessplan weisen Gründer nach, dass sie die Gründung wirtschaftlich rentiert.

 

Kosten realistisch einschätzen

Bei der Finanzplanung sollten Franchisenehmer einplanen, dass die Einnahmen nicht direkt nach dem Start sprudeln. In der Anfangszeit kann es durchaus sein, dass das Geschäft zunächst eher schleppend anläuft. Bis sich der Standort etabliert hat und der Kundenstamm wächst, kann es eine Weile dauern. Daher sollten Gründer auf ausreichend finanzielle Reserven für die ersten Monate achten. Wie hoch diese Reserve ausfallen sollte, lässt sich häufig an Erfahrungswerten anderer Franchisenehmer ableiten.

Darüber hinaus ist die Wahl der besten Finanzierungsmöglichkeit eine individuelle Entscheidung. So kann es durchaus eine Option sein, auf eine Mischung aus Kredit und Geldern aus Förderprogrammen zu setzen. Wichtig ist, dass die Finanzierung gut durchdacht ist und auch unvorhergesehene Ausgaben mitbedacht sind. Ebenso sollten die Zinsen keine übermäßige Belastung darstellen.

Franchisegeber können hier beraten, bieten aber in der Regel kein eigenes Kapital oder Kredite an. Rechtlich gesehen sind Franchisenehmer eigenständige Unternehmer. Daher übernehmen Franchisegeber auch keine Anteile am Eigentum des Franchisenehmers. Dennoch können sie hier und da einen Tipp geben. Vielleicht hat der Franchisegeber bereits gute Kontakte zu einer bestimmten Bank.

 

Auf Gespräche mit der Bank vorbereiten

Franchisenehmer sollten sich daher in jedem Fall selbst erkundigen und sich einen guten Überblick über die eigenen Finanzen verschaffen. Zudem ist es wichtig, sich gut auf das Kreditgespräch bei der Bank vorzubereiten und die verlangten Dokumente vorzubereiten. In der Regel werden

·      ein Businessplan

·      ein Überblick über die finanzielle Situation mit Einnahmen und Ausgaben

·      die Steuererklärungen der vergangenen drei Jahre

·      ein Rentenanzahlungsnachweis

verlangt.

Auch auf Franchisegeber kommen zunächst einige Kosten zu, die sich in der Regel aber rasch amortisieren. Wir beraten Sie umfassend zur Finanzierung Ihres Franchise. Wenden Sie sich noch heute an Artemis Franchise und wir beantworten Ihre Fragen!

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