Blog 28. Apr. 2023

Der Businessplan

Der Businessplan für das Franchising

Neben einem Franchisehandbuch und anderen Unterlagen geben Franchisegeber ihren Partnern oft einen Businessplan mit auf den Weg. Dieser hilft nicht nur bei der Einschätzung der Kosten, sondern wird oftmals auch von Banken als Voraussetzung für eine Finanzierung verlangt. In dieser Kalkulationsgrundlage sind aber keine Zielvorgaben benannt. Oftmals basiert der Businessplan auf den Erfahrungen mit der eignen Firma und einem möglichen Pilotbetrieb. Auf dieser Basis können Franchisenehmer auch ihren eigenen Businessplan erstellen, mit dem sie Finanzierungen oder Zuschüsse für Gründer beantragen können.

Businessplan für Franchisenehmer

Franchisenehmer stehen unter anderem vor der Aufgabe, die Vorgaben des Franchisegebers mit den Gegebenheiten vor Ort zu verbinden. Dafür muss er wissen, auf welcher finanziellen Grundlage er handeln kann. Ein Weg dazu ist ein Businessplan, der auch für Außenstehende gut verständlich ist.

Darin wird zunächst die Geschäftsidee beschrieben. Hierzu gehören USPs, Zielgruppen und der Markt. Idealerweise wird der eigene Vorteil gegenüber der Konkurrenz deutlich. Eine Besonderheit bei einem Businessplan für das Franchising ist, dass hier auch auf den Franchisegeber, die Anzahl der Partner im Franchisesystem und weitere wichtige Aspekte der Zusammenarbeit eingegangen wird.

Der Franchisenehmer selbst sollte sich mit Berufserfahrung oder wichtigen Kenntnissen vorstellen. Da Franchisenehmer oft Quereinsteiger sind, kann es an dieser Stelle hilfreich sein, auf Schulungen oder Weiterbildungen des Franchisegebers zu verweisen. Zudem müssen im Businessplan Angaben zu Mitarbeitern oder Dienstleistern wie Steuerberatern gemacht werden.

Ein wichtiger Aspekt ist eine Analyse zum Markt und zum Wettbewerb. Hier sind allgemeine Daten wie

· die Einwohnerzahl am Standort

· die Kaufkraft in der Region

· die Arbeitslosenzahlen vor Ort

· Informationen zu den Mitbewerbern am Standort und

· Marktdaten aus der eigenen Branche

sinnvoll. Hierauf aufbauend stellt der Franchisenehmer genau die Vorteile seines Standorts vor und argumentiert, warum dieser ideal für das Unternehmen ist.

Daten auf den eigenen Standort abstimmen

Besonders wichtig sind aussagekräftige Informationen zu Marketing, Vertrieb und Akquise. Hier können Franchisenehmer auf die Materialien und Erfahrungen des Franchisegebers zurückgreifen. Den Abschluss des Businessplans bildet dann der eigentliche Finanzplan mit

· Kapitalbedarf

· Umsatzerwartungen

· Kosten sowie

· einer Ertrags- und Liquiditätsplanung.

Hier helfen ebenfalls Daten des Franchisegebers weiter, um Rentabilität oder Gewinne besser einschätzen zu können.

Franchisegeber stellen oft viele Daten und Informationen zur Verfügung. Der Franchisenehmer sollte diese aber stets auf den eigenen Standort abstimmen und beispielsweise aus Zahlen von anderen Standorten für den eigenen Standort relevante Informationen ableiten. Diese können als Vergleichsdaten sehr aussagekräftig sein. Zudem können Franchisenehmer gut argumentieren, warum das Geschäftsmodelle funktioniert; schließlich handelt es sich bei einem Franchise um ein bewährtes Geschäftsmodell.

Businessplan für Franchisegeber

Franchisenehmer nutzen einen Businessplan, sicher mit einigen Besonderheiten, ähnlich wie andere Gründer. Doch auch für den Franchisegeber kann ein Businessplan sinnvoll sein, um sich die Kosten und Erträge des Franchisesystems vor Augen zu führen. Ebenso wie bei Franchisenehmern kann ein Businessplan eine Orientierung sein, ob das Unternehmen finanziell auf dem richtigen Weg ist.

Ein Businessplan ist auch am Anfang des Franchise sinnvoll, um die eigenen Ausgaben und Gewinnmöglichkeiten im Blick zu behalten. Im Übrigen sind die Kosten, die auf den Franchisegeber zukommen, sehr individuell und hängen auch davon ab, wie viel noch zu tun ist, um die eigene Geschäftsidee zu einem Franchisesystem auszubauen. Oftmals bemisst sich auf der Grundlage der Kosten im Vorfeld auch die spätere Franchisegebühr. Darüber hinaus müssen Franchisegeber unter Umständen selbst eine Art Businessplan erstellen, den sie als Kalkulationsgrundlage an ihre Partner weitergeben.

Außerdem kann natürlich auch bei Franchisegebern die Situation eintreten, dass sie Kapital von außen benötigen und beispielsweise einen Kredit aufnehmen wollen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, um weiteres Wachstum zu finanzieren.

Vorstellung des Geschäftsmodells

Auch in diesem Fall beginnt der Businessplan mit den Unternehmenszielen, einer Zusammenfassung der aktuellen Situation und warum die Finanzierung benötigt wird. Eine Besonderheit bei einem Businessplan für Franchisegeber ist, dass danach eine Vorstellung des Franchise folgt. Meist werden auch Details und Dokumente zu Themen wie der Gesellschafterstruktur benötigt. Nun folgen wie auch bei anderen Businessplänen aktuelle Marktdaten. Allerdings zeigen diese im besten Fall, warum das Franchisesystem erfolgreich ist. Dazu kommt in der Regel eine genaue Beschreibung des Franchisekonzepts und der aktuellen Situation des Franchisesystems sowie die Vorstellung der Unternehmensstrategie.

Gerade wenn es um eine Finanzierung geht, müssen im Businessplan weitere Details, beispielsweise zu den Aufgaben der Systemzentrale, den Marketingaktivitäten oder weiteren Leistungen des Franchisegebers gemacht werden. Darauf aufbauend folgt eine Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung für die nächsten Jahre. Gleiches gilt für eine Kostenrechnung sowie die Ertragsplanung.

Besonderheiten für Franchisegeber bei der Businessplanung

Egal, für welchen Zweck; Franchisegeber haben bei einem Businessplan einige Besonderheiten zu beachten. So sollten sie stets im Hinterkopf behalten, in welcher Entwicklungsphase sich das Franchisesystem gerade befindet. Gerade am Anfang könnten die Investitionskosten deutlich höher sein, da hier unter anderem für Marketing oder neue Software mehr Geld ausgegeben werden muss.

Danach etabliert sich das Franchisesystem nach und nach am Markt und es muss unter anderem Geld in die Akquise weiterer Partner sowie die Systemintegration gesteckt werden. Später geht es dann vor allem um die langfristige Betreuung der Partner.

Oftmals spielen bei Businessplänen für Franchisegeber zudem grundlegende Überlegungen eine Rolle. Dazu gehört beispielsweise, wie viele Standorte es geben soll und wie die Beziehung zu den Partnern vor Ort sein soll. Möchte ein Unternehmen mit seinem Franchise ins Ausland expandieren, geht es um weitere rechtliche und wirtschaftliche Fragen.

Der Franchisegeber ist im Übrigen nicht verpflichtet, seinen Partnern einen Businessplan auszuhändigen. Der Franchisenehmer sollte diesen grundsätzlich selbst erstellen. Daher ist es aus Sicht des Franchisegebers aus Haftungsgründen sinnvoll, seinen Partner darauf hinzuweisen, dass er selbst den Businessplan erstellen oder Hilfe durch externe Berater in Anspruch nehmen sollte. Möchte der Franchisegeber dennoch seinen Partner auf diesem Weg unterstützen, so sollte er darauf achten, den Franchisegeber stets darüber zu informieren, dass er keinerlei Haftung oder Garantien übernimmt.

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