Blog 05. Jul. 2023

Welche Franchiseverbände gibt es?

Die wichtigsten Franchiseverbände

National und international setzen sich mehrere Verbände für die Franchisewirtschaft ein. Die wichtigsten möchten wir Ihnen in diesem Blogbeitrag vorstellen. Diese arbeiten auch an rechtlichen Grundlagen wie der Europäischen Gruppenfreistellungsverordnung mit, die wir in einem gesonderten Blogbeitrag zu den rechtlichen Grundlagen im Franchising näher betrachten.

Der Deutsche Franchiseverband e. V.

Der Deutsche Franchiseverband e. V. hat seinen Sitz in Berlin und wurde 1978 gegründet. Die wichtigste Aufgabe ist es, die Interessen der Franchisewirtschaft zu vertreten. Franchisegeber wie auch Franchisenehmer, auch potenzielle Franchisenehmer, werden durch den Verband unterstützt. Diese Aufgaben gehen auch damit einher, die Interessen der Franchisewirtschaft gegenüber Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu vertreten. Der Verband sieht sich selbst als „Stimme der Franchisewirtschaft“.

Natürlich pflegt der Deutsche Franchiseverband (DFV) enge Verbindungen zur IHK, dem Wirtschaftsministerium oder der Bundesagentur für Arbeit. Zudem arbeiten sie im Europäischen Franchiseverband (EFF) und im World Franchise Council mit. Zu den Mitgliedern gehören rund 450 assoziierte Mitglieder und Vollmitglieder aus den verschiedensten Branchen.

Wer Vollmitglied werden möchte, muss mindestens bereits zwei Jahre lang Franchisegeber sein, mindestens mit zwei Franchisepartnern zusammenarbeiten und den Systemcheck des Verbands bestehen. Assoziierte Mitglieder sind insbesondere Franchiseberater und Anwälte. Diese assoziierten Experten arbeiten bereits seit über drei Jahren im Bereich Franchise.

Für Franchisenehmer bietet der Verband eine Suchfunktion mit über 300 Franchisesystemen an, in der sie sich nach passenden Partnern umschauen können. Zudem steht auf der Webseite umfangreiches Franchisewissen zur Verfügung. Darüber hinaus erscheint viermal pro Jahr das Franchise-Magazin Franchise Connect.

Wer Mitglied im Franchiseverband wird, erkennt auch die Vorgaben des Verbands an, insbesondere den Ehrenkodex und die damit verbundenen Qualitätsstandards. Der Ehrenkodex basiert auf dem Kodex der European Franchise Federation und umfasst vor allem die Rechte und Pflichten von Franchisegebern und Franchisenehmern. Zudem werden Franchisesysteme vom Verband geprüft und erhalten bei Bestehen dieser Prüfung ein Qualitätssiegel.

Qualitätsnachweis durch Systemcheck

Um Vollmitglied im Franchiseverband zu werden, müssen die Unternehmen einen Systemcheck bestehen. Dies kann mit Blick auf das Marketing ein wichtiger Schritt sein, denn das Qualitätssiegel steht für Seriosität und Professionalität. Das Zertifikat wird für drei Jahre ausgestellt und wer gegen die Regeln verstößt, kann dieses wieder entzogen bekommen.

Der erste Schritt ist ein Antrag zum Systemcheck des Deutschen Franchiseverbands, der online ausgefüllt werden soll. Während des Checks werden unter anderem

· die Zufriedenheit der Franchisepartner abgefragt

· das System selbst durch Befragungen und eine Selbstauskunft bewertet

· der Franchisevertrag sowie die vorvertragliche Aufklärung geprüft

Bei der Bewertung des Systems geht es im Besonderen um das Franchisekonzept, die Produkte und Leistungen, die Dokumentation und das Management. Zum Abschluss wird ein Kurzgutachten durch die Bewertungsgesellschaft erstellt. Auf dieser Basis erhalten die Unternehmen dann ihr Gütesiegel sowie eine Urkunde.

Die Bewertung wird unabhängig und neutral durch die Bewertungsgesellschaft und unter wissenschaftlicher Begleitung durch das Internationale Centrum für Franchising und Cooperation (F&C) durchgeführt. Franchisegeber sehen so, wie die Strukturen im Franchiseunternehmen sind und wie zukunftsfähig sie aufgestellt sind. Daher kann der Check auch die Grundlage für weitere Verbesserungen im Franchisesystem sein. Franchisepartner können zudem durch das Gütesiegel auf bessere Chancen bei Anfragen für Finanzierungen bei Banken hoffen. Franchisegeber sollten jedoch beachten, dass die Beantragung des Siegels mit Kosten verbunden ist.

Die Franchisepartner erhalten einen Online-Fragebogen, in dem sie Fragen zur Zufriedenheit mit dem Franchisegeber beantworten sollen. Dazu benötigt die Bewertungsgesellschaft eine Liste aller Franchisepartner mit Kontaktdaten. Auch die Selbstauskunft ist mittlerweile digital. Hier beantwortet der Franchisegeber Fragen zu seinem Unternehmen. Eingereicht werden müssen auch Unterlagen wie der Franchisevertrag oder die Dokumentation des Know-hows. Falls Businesspläne oder ein Anforderungsprofil für neue Franchisenehmer vorhanden sind, sind diese ebenfalls einzureichen. Den Abschluss des Checks bildet ein Telefoninterview mit der Bewertungsgesellschaft.

Deutsches Franchise-Institut

1990 wurde das Deutsche Franchise-Institut (DFI) gegründet, seit 2010 eine 100-prozentige Tochter des Franchiseverbands. Das Institut organisiert regelmäßig Schulungen und Weiterbildungen für Franchisepartner; unabhängig von der Branche. Auch für Mitarbeiter in Franchisezentralen gibt es Bildungsangebote. Dazu kommt eine Beratung rund ums Franchise.

European Franchise Federation

Auf europäischer Ebene ist die European Franchise Federation (EFF) das zentrale Organ. Die Federation hat ihren Sitz in Brüssel und repräsentiert 21 nationale Franchiseverbände. Die EFF vertritt die Franchisewirtschaft gegenüber der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament. Auch die Förderung und Entwicklung des Franchise in Europa gehört zu den Aufgaben des Verbands. Zudem wird der internationale Austausch zwischen den einzelnen Verbänden gefördert. Wichtigstes Dokument für Franchisepartner ist sicher der Ethikkodex des EFFs, auf dem auch die Standards vieler nationaler Verbände basieren.

Hier sind zunächst die Anforderungen an Franchisegeber und Franchisenehmer definiert. Der Franchisegeber muss unter anderem

· bereits ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufgebaut haben

· Schulungen für seine Franchisenehmer anbieten

· seine Franchisenehmer als unabhängige Unternehmer akzeptieren und

· den Franchisenehmern sein Know-how zur Verfügung stellen.

Zu den Verpflichtungen des Franchisenehmers gehört unter anderem

· eine loyale Zusammenarbeit

· selbst als unabhängiger Unternehmer zu handeln und

· dem Franchisegeber relevante wirtschaftliche Daten zukommen zu lassen.

Auch Standards zur Partnerwerbung und der Auswahl der Franchisenehmer sind in diesem Ethikkodex festgehalten. Darüber hinaus sind die wichtigsten Inhalte des Franchisevertrags aufgeführt.

World Franchise Council

Dem EFF übergeordnet ist der World Franchise Council mit über 40 Mitgliedsverbänden aus aller Welt. Der Verband wurde 1994 gegründet, um das internationale Wachstum der Franchisewirtschaft zu fördern. Dabei vertritt der Verband besonders die Werte Glaubwürdigkeit, Respekt, Integrität und Erfahrungsaustausch.

Artemis Franchise: Assoziierter Experte im Deutschen Franchiseverband

Christian Becker von Artemis Franchise verfügt nicht nur über viele Jahre Erfahrung als Franchiseberater, sondern ist auch assoziierter Experte des Deutschen Franchiseverbands. Mit seinem Team begleitet er seit Jahren Franchisepartner aus zahlreichen Branchen. Dabei liegt es ihm besonders am Herzen, über Franchise zu informieren und Aufklärungsbedarf zu leisten. Möchten Sie mehr über Franchise erfahren? Dann wenden Sie sich an Artemis Franchise und vereinbaren Sie einen Termin!

08. Apr. 2024

Flexibilität im Franchise

Flexibilität im Franchise? Ist das wirklich möglich? Unternehmer, die mit einem eigenen Unternehmen an den Start gehen, haben womöglich mehr Freiheiten als ein Franchisenehmer.
Mehr lesen...
08. Apr. 2024

Green Franchising und Nachhaltigkeit im Franchise

Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Umweltfreundlichkeit – diese Themen sind seit Jahren in der Öffentlichkeit präsent und werden breit diskutiert. Auch für Unternehmen nehmen sie immer mehr an Bedeutung…
Mehr lesen...
05. Apr. 2024

Die Auswirkungen von KI im Franchise

KI wird in vielen Bereichen des geschäftlichen Lebens immer präsenter. Auch in Franchise-Systemen wird der Einfluss auf Geschäftsabläufe immer sichtbarer.
Mehr lesen...