Blog 29. Aug. 2023

Einarbeitung der Franchisenehmer

Franchisepartner richtig einarbeiten

Der Franchisevertrag ist unterschrieben, nun startet das Onboarding bzw. die Einarbeitung des neuen Franchisenehmers. Viele Franchisesysteme haben hierzu umfangreiche Schulungen und Materialien erarbeitetet. Doch was gilt es hier zu beachten, damit die Partnerschaft von Beginn an auf solide Füße gestellt wird?

Zunächst einmal haben Franchisenehmer in dieser Phase oftmals viele Fragen. Franchisegeber sollten sich hierfür Zeit nehmen und diese so umfassend wie möglich beantworten. Immer wieder bietet sich auch eine Hospitanz in der Franchisezentrale oder bei einem bereits erfahrenen Franchisenehmer an. So kann der neue Franchisenehmer viele Aufgaben und Abläufe in der Praxis kennenlernen. Oftmals findet das Onboarding auch virtuell statt.

Einarbeitung nicht unterschätzen

Auf jeden Fall sollten Franchisegeber die Bedeutung der Einarbeitung nicht unterschätzen. Bleiben in dieser Phase Fragen unbeantwortet, so kann dies später zu Problemen führen und der Auslöser für Konflikte sein. Darüber hinaus sollten Franchisegeber sicherstellen, dass der neue Franchisepartner wirklich alle Aufgaben und Abläufe verstanden hat und diese schnellstmöglich auch selbst durchführen kann. Eine schlechte Einarbeitung spricht sich herum und kann im schlimmsten Fall den guten Ruf eines Franchiseunternehmens beschädigen.

Darüber hinaus gehört es zu den Pflichten des Franchisegebers, sein Wissen an die Franchisenehmer weiterzugeben. Dies gelingt über Schulungen, aber auch über ein ausführliches Franchisehandbuch. Dabei geht es oftmals nicht nur um das notwendige Fachwissen, sondern auch um Themen wie

· kaufmännisches Grundwissen,

· den Umgang mit Mitarbeitern und Kunden,

· Verkaufsgespräche oder

· Werbemaßnahmen.

Vertrauen aufbauen

Franchisegeber bringen oftmals viel Erfahrung mit und sehen sich als Mentor, der andere Unternehmer dabei unterstützten möchte, selbst erfolgreich zu sein. Neue Franchisenehmer vertrauen oft darauf, dass die eigene Existenzgründung über ein Franchise einfacher und sicherer ist. Dieses Vertrauen kann in der Einarbeitungsphase gestärkt werden, was eine gute Grundlage für eine stabilen und vertrauensvollen Zusammenarbeit ist. Fehler im Einarbeitungsprozess, gerade auf der menschlichen Ebene, können dieses Vertrauen aber auch bereits in der Anfangsphase beschädigen.

Darüber hinaus übernehmen Franchisegeber Verantwortung für ihre Franchisenehmer. Eine Einstellung wie „Der Neue wird das schon schaffen“ ist hier fehl am Platz. Daher sind gut durchdachte Trainings gefragt. Hier gilt es auch auf eine angenehme Atmosphäre zu achten, damit sich die neuen Franchisenehmer von Beginn an wohlfühlen und spüren, dass sie Teil des Franchisesystems sind.

Mehrstufige Schulungskonzepte

Oftmals erarbeiten Franchisegeber ein Schulungskonzept in mehreren Modulen. Ein anderer Weg ist, auch später vertiefende Seminare anzubieten. Darüber hinaus werden Seminare oder Schulungen angeboten, wenn beispielsweise ein neues Produkt oder eine neue Software eingeführt wird. Nach der Einarbeitung ist das Lernen für viele Franchisenehmer also nicht vorbei. Daher ist die Bereitschaft, sich stetig weiterzuentwickeln, für ein erfolgreiches Franchise unerlässlich.

Als Nachschlagewerk ist das Franchisehandbuch ideal. In einem digitalen Format kann dieses einfach aktualisiert werden. Darüber hinaus gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten von Videoschulungen bis interaktiven Lernplattformen. Franchisegeber sollten daher prüfen, welche Chancen die Digitalisierung und das Internet ihnen bieten, um ihre Franchisenehmer auf dem Weg zum erfolgreichen Franchise zu begleiten.

Erfolgt die Einarbeitung nach der Eröffnung des neuen Standorts, so stehen beide Seiten vor einer zeitlichen Herausforderung, denn das Tagesgeschäft ist zu diesem Zeitpunkt bereits angelaufen. Darüber hinaus haben sich einige Franchisegeber dazu entschieden, die Einarbeitung zu festen Terminen durchzuführen. In diesem Fall kann es dazu kommen, dass ein Franchisenehmer bereits einige Monate arbeitet, bevor die Schulung stattfindet. Unter Umständen ist dieses Vorgehen aber für den Franchisegeber aus organisatorischen Gründen einfacher.

In vielen Franchisesystemen stellt sich im Laufe der Zeit eine gute Struktur für die Einarbeitung neuer Franchisenehmer heraus. Benötigten der Aufbau und die Vorbereitung von Schulungen zu Beginn noch viel Zeit und Aufwand, so bekommen der Franchisegeber und seine Mitarbeiter hier später mehr Routine.

Verschiedene Materialien kombinieren

Zudem kann es sinnvoll sein, das Franchisehandbuch wie auch die Themen der Schulungen mit anderen Tools wie der gemeinsamen Software oder einem regelmäßigen Newsletter zu verbinden. Hier können Franchisegeber nicht nur auf weitere Seminartermine oder externe Weiterbildungsveranstaltungen hinweisen, sondern auch wichtige Themen nochmals aufgreifen. So können Franchisenehmer ihr Wissen immer wieder auffrischen.

Darüber hinaus bieten zahlreiche externe Anbieter Kurse und Schulungen an: In vielen Städten ist die Volkshochschule gut vertreten und auch die örtlichen Industrie- und Handelskammern haben ein umfangreiches Angebot. Für Sprachkurse empfehlen sich Sprachschulen und viele Franchisegeber unterstützen ihre Mitarbeiter und Franchisenehmer, wenn sie sich für ein Fernstudium entscheiden. Des Weiteren bietet das Deutsche Franchise Institut Seminare rund ums Thema Franchise an.

Generell sollte jedem Franchisegeber an einer erfolgreichen Systemintegration gelegen sein. Dazu gehören Schulungen und die digitale Anbindung an das Franchisesystem, aber auch die menschliche Ebene. So lässt sich die Einarbeitung auch wunderbar mit einer persönlichen Begrüßung des neuen Franchisepartners verbinden, vielleicht verbunden mit einem kleinen Willkommensgeschenk. Einige Franchisegeber stellen sogar ein ganzes Willkommenspaket mit Werbematerialien, kleinen Geschenken und Extras wie Firmenkleidung zusammen.

Intensive Anfangszeit

Für Franchisegeber und Franchisenehmer gibt es in den ersten Monaten der Kooperation oft viel zu tun. Zugleich lernen sich beide Seiten in dieser Zeit besser kennen. Oftmals ist gerade bei den ersten Franchisenehmern die Geschäftsleitung sehr stark eingebunden, später können dann einige Aufgaben an eigene Mitarbeiter abgegeben werden. Ohnehin ist es ratsam, wenn später ein fester Ansprechpartner in der Franchisezentrale für den Franchisenehmer zuständig ist und so die Geschäftsführung entlasten kann.

Zu beachten gilt auch, dass der neue Franchisenehmer womöglich zeitlich eingespannt ist, da er sich zeitgleich auch um die Eröffnung des eigenen Standorts kümmern muss. Idealerweise hat der Franchisegeber auch ein offenes Ohr für mögliche persönliche Anliegen, Sorgen und Ängste des neuen Franchisenehmers.

Artemis Franchise unterstützt Sie bei der Einarbeitung

Wir unterstützen Sie gern bei der Entwicklung von Schulungen für Ihre Franchisepartner. Gleiches gilt für die Aufbereitung wichtiger Materialien sowie die Erstellung des Franchisehandbuchs. Wenden Sie sich gern mit Ihren Fragen an Artemis Franchise und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin!

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