Blog 22. Aug. 2023

Eignet sich Franchise für mein Unternehmen?

Für wen ist Franchise geeignet?

Beim Thema Franchise denken viele sicher an McDonald’s oder OBI, doch in den letzten Jahren konnten sich auch viele kleinere Franchisesysteme aus den unterschiedlichsten Branchen etablieren. Dabei müssen Franchisenehmer nicht zwangsläufig Fachwissen mitbringen, sondern viele Franchisesysteme sind auch für Quereinsteiger ideal. Mittlerweile können einige Franchisesysteme sogar remote oder im Homeoffice mit freier Zeiteinteilung umgesetzt werden. Dies zeigt, wie vielseitig und flexibel Franchise mittlerweile ist.

Wann ist ein Franchisesystem sinnvoll?

Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten zum Expandieren. Das Filial- oder Lizenzsystem sind nur zwei Beispiele. Bei der Variante Franchise gehen Unternehmen Partnerschaften mit selbstständigen Unternehmern ein und nutzen die Vorteile, die ein enges Netzwerk mitbringen. Dies trägt wesentlich dazu bei, dass ein Franchise als sehr krisensicher gilt.

Finden Franchisegeber Partner, die eine hohe Eigenverantwortung und Motivation mitbringen, eignet sich ein Franchise besonders gut. Dies geht mit vergleichsweise geringen Kosten für den Franchisegeber einher. Die Franchisegeber können so zusätzliche Personalkosten oder Mietzahlungen vermeiden.

Generell eignet sich Franchise für fast alle Unternehmen, Marken und Geschäftsmodelle. Diese sollten jedoch bereits erfolgreich und erprobt sein. Generell gilt, dass eine der beiden Seiten – der Franchisegeber – bereits eine starke Marke mit Erfahrung und gewisser Bekanntheit sein sollte. Dabei muss es nicht immer um einen Global Player wie McDonald’s gehen; auch zahlreiche kleinere Firmen haben gezeigt, dass sie bereits etabliert genug sind, um ein Franchisesystem auf die Beine stellen zu können. Beispiele sind Franchisesysteme von Nachhilfeinstituten, Steuerberatungen, Firmennetzwerken oder sogar sozialen Einrichtungen.

Expansion mit geringen Kosten

Für Franchisegeber eignet sich Franchising, wenn sie mit geringen Fixkosten in einen neuen Markt einsteigen möchten. Dies kann zu Beginn die Nachbarstadt sein, später auch ein ausländischer Markt. Wenn Unternehmen auf eigene Faust expandieren und auf einen neuen Markt einsteigen, haben sie oftmals das Problem, dass sie den neuen Markt noch nicht gut kennen. Ein Franchisenehmer arbeitet direkt vor Ort und kennt idealerweise die dortigen Bedingungen und das Marktumfeld.

Allerdings sollten Franchisegeber bereit sein, selbst aktiv zu werden, beispielsweise über bestimmte Dienstleistungen und Schulungen. Umfang und Gestaltung kann von Franchisesystem zu Franchisesystem sehr unterschiedlich sein. Vielleicht unterstützen Franchisegeber bei der Einrichtung des neuen Büros, vielleicht stellen sie kostenlos geeignete Software zur Verfügung. Zudem sollten sie bereit sein, Verantwortung zu tragen: für die eigenen Mitarbeiter wie auch für die Franchisenehmer.

Idealerweise kennen Franchisegeber ihre Unternehmensziele und haben diese konkret definiert. Zudem ist ein Geschäftsmodell dann für Franchise geeignet, wenn klar ist, dass dieses auch in der Zukunft nachhaltig erfolgreich und wettbewerbsfähig sein kann. Gibt es bereits jetzt Probleme an der einen oder andere Stelle, beispielsweise beim Übergang zur Digitalisierung von Firmenprozessen, sollen zunächst nachgeschärft werden, bevor ein Franchise aufgebaut wird.

Gut geeignet ist ein Geschäftsmodell auch dann, wenn klare und gut verständliche Anforderungen gegenüber den Franchisenehmern formuliert werden können. Dies gelingt oftmals über eine Standardisierung der eigenen Geschäftsprozesse. Diese werden dann im Franchisehandbuch festgehalten.

Wissen und Erfahrung

Darüber hinaus sollte auch beim Franchisegeber ausreichend Wissen und Erfahrung vorhanden sein. Idealerweise wurde das Geschäftsmodell im eigenen Betrieb oder einem Pilotbetrieb umfassend getestet. Aus diesen Erfahrungen lässt sich oftmals auch gut ableiten, ob ausreichend finanzielle Ressourcen für den Aufbau eines Franchise vorhanden sind.

Der Franchisegeber muss auf die einen oder anderen Weise seinen Erfolg nachweisen können. Oftmals wird sogar dazu geraten, das Geschäftsmodell vorab mindestens ein Jahr an mehr als einem Standort zu testen. Idealerweise werden hierbei bereits die späteren Anforderungen an ein Franchisesystem als Maßstab angelegt. Ein solcher Test zeigt, ob ein Unternehmen bzw. Geschäftsmodell wirklich für das Franchise geeignet ist. Das Franchise sollte dabei auch unabhängig vom Franchisegeber als prägende Unternehmerpersönlichkeit funktionieren. Idealerweise kann er so Verantwortung abgeben.

Voraussetzungen für Franchisenehmer

Auf Seiten der Franchisenehmer eignet sich Franchise vor allem für Existenzgründer, die neu in der Branche sind und mit mehr finanzieller Sicherheit ein eigenes Unternehmen aufbauen möchten. Sie sind nicht zu 100 Prozent auf sich allein gestellt, sondern haben den Franchisegeber im Hintergrund und können auf dessen Hilfe bauen. Damit ist Franchise eine interessante Alternative zur „normalen“ Firmengründung.

In vielen Franchisesystemen müssen Franchisenehmer keine spezielle Ausbildung oder Berufserfahrung mitbringen. Das notwendige Fachwissen lernen sie in Schulungen. Kaufmännisches Wissen ist jedoch ein Vorteil. Wichtiger ist Motivation und die Fähigkeit, sich so ins Franchise einzubringen, dass das gesamte System davon profitiert.

Nicht nur fachliche Kenntnisse gefordert

Neben fachlichen Kenntnissen bringen Franchisegeber wie Franchisegeber idealerweise weitere Fähigkeiten mit, die beim Aufbau eines Franchise hilfreich sind. Dazu gehören

· Kundenorientierung

· Teamgeist

· Kommunikationsstärke

· betriebswirtschaftliches Verständnis und

· Lernbereitschaft.

Oftmals wird der Franchisegeber als starke Führungspersönlichkeit beschrieben. Idealerweise bringt aber auch der Franchisegeber ein Talent zur Mitarbeiterführung mit. Organisationstalent und die Bereitschaft, Innovationen zu erarbeiten und umzusetzen, zeichnen ebenfalls beide Seiten aus.

Zielsetzung des Franchisegebers

Viele Franchisegeber bringen eine bestimmte Vision mit. Sie wollen mit dem Franchise nicht nur expandieren und wirtschaftlich erfolgreicher werden, sondern hoffen beispielsweise, ihr Wissen an junge Gründer weitergeben zu können. Sie sehen sich damit als eine Art Mentor. Andere wiederum möchten nicht mehr als alleiniger Kämpfer unterwegs sein, sondern erwünschen sich Teamgeist und eine enge Zusammenarbeit im Franchisesystem. Vielleicht wünschen sie sich auch eine besondere Unternehmenskultur oder einen unverwechselbaren Franchise-Spirit.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, welche Motivation hinter einem Franchisesystem stehen kann. Eines der bekanntesten frühen Franchisesysteme geht in die USA des Jahres 1863 zurück. Damals fehlte es dem Nähmaschinenhersteller Singer an Kapital und Produktionskapazitäten. Das Unternehmen konnte daher die Nachfrage nicht mehr bedienen und die geforderte hohe Stückzahl nicht mehr selbst herstellen.

Der Firmengründer Isaac Merritt Singer begab sich also auf die Suche nach Partnern, die seine Nähmaschinen herstellen und verkaufen konnten. Diese erhielten dafür eine Lizenz von Singer. Auch bei Coca-Cola oder McDonald’s spielte zunächst fehlendes Geld eine große Rolle und war für diese Unternehmen der Grund für den Aufbau eines Franchisesystems.

Diese Unternehmen konnten die an sie gestellten Anforderungen nicht mehr allein erfüllen und benötigten Partner, um die Nachfrage zu decken. Andere Franchisegeber hoffen schlicht auf zusätzliche Einnahmen durch die Lizenzgebühren. Dies ist sicher nicht verwerflich, dennoch sollten Franchisegeber dennoch gut prüfen, mit wem sie eine Partnerschaft eingehen und nicht jeden Franchisenehmer ohne gründlichen Auswahlprozess ins Franchisesystem aufnehmen. Sind Franchisegeber nur auf schnelles Geld aus und beachten weitere, grundlegende Aspekte nicht, besteht die große Gefahr, dass das Franchisesystem scheitert.

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