Blog 21. Jun. 2024

Von der Idee zum Franchise-System

Von der Idee zum Franchise-System

Wie wird aus einem gut laufenden Unternehmen ein Franchise? Von dem ersten Gedanken, das eigene Unternehmen zum Franchise auszubauen, bis zum gelungenen Aufbau des Franchise-Systems ist es ein langer Weg. Dieser ist zudem immer sehr individuell, da die Startbedingungen ganz unterschiedlich sein können.

 

Zukunftssicheres Geschäftsmodell als Grundlage

Eine der wichtigsten Grundlagen für ein erfolgreiches Franchise ist ein zukunftssicheres Geschäftsmodell. Daher sollten sich angehende Franchisegeber zu Beginn Fragen zur langfristigen Entwicklung ihres Unternehmens stellen. Basiert das bisherige Geschäftsmodell eher auf einem kurzfristigen Trend, so ist dies häufig keine gute Ausgangsbasis für ein langfristig erfolgreiches Franchise-Modell.

Darüber hinaus gibt es je nach Branche womöglich einige rechtliche Fragen zu prüfen, die Einfluss auf spätere Entscheidungen haben könnten. Müssen beispielsweise die Franchisepartner eine spezielle Qualifikation mitbringen, um ihren Standort führen zu dürfen? So ist beispielsweise im Handwerk häufig ein Meisterbrief gefordert. Zudem müssen unter Umständen Markenrechte und andere Schutzrechte geprüft werden.

Konzept im Pilotbetrieb testen

Sind alle grundlegenden Fragen geklärt, muss sich das Franchise beweisen. Dies gelingt in der Regel gut in einem Pilotbetrieb. Hier können u.a. Abläufe getestet und die Zusammenarbeit mit der Zentrale erprobt werden. Bei einem Pilotbetrieb ist Geduld gefragt: Häufig wird die Entwicklung mindestens über ein Jahr verfolgt und ggf. Änderungen vorgenommen. So lassen sich idealerweise saisonale Schwankungen besser einschätzen. An diesem Punkt haben Franchisegeber im Idealfall bereits ein Konzept erarbeitet, das während des Betriebs im Pilotbetrieb verfeinert werden kann.

 

Finanzielle Voraussetzungen prüfen

Zugleich sollten sich angehende Franchisegeber Gedanken über ihre finanzielle Situation machen. In der Regel amortisieren sich die Investitionen für ein Franchise rasch, doch zu Beginn kann es notwendig sein, eine gewisse Zeit überbrücken zu müssen.

Falls es in der Aufbauphase zu einem Rückschlag kommen sollte, sollte dies im Idealfall die Kapitalbasis des Franchisegebers nicht enorm belasten. Daher sollten sich Franchisegeber vor der Gründung eines Franchise nochmals einen Überblick über ihre finanzielle Situation verschaffen. Unter Umständen ist hier – wenn auch nur für den Eigenbedarf – die Erstellung eines Businessplans eine geeignete Methode.

 

Kosten variieren je nach Unternehmen

Wie hoch die Kosten für ein Franchise-System sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Auf jeden Franchisegeber kommen individuelle Kosten zu. Ist ein Unternehmen bereits sehr gut strukturiert und es liegen bereits Dokumente vor, aus denen später das Handbuch wird, kann dies die Kosten deutlich senken. Sind aber noch viele Schritte vorab zu gehen, kann der umgekehrte Fall eintreten.

Oft helfen erste Gespräche mit einem Franchiseberater, um den finanziellen Bedarf besser einschätzen zu können. Angehende Franchisegeber sehen so früh, was ihnen noch zum Franchise fehlt. Bei einem etablierten Unternehmen kann womöglich auch auf eine Testphase über einen Pilotbetrieb verzichtet werden. Vielleicht gibt es schon Standorte in einer anderen Stadt, die der Franchisegeber bisher selbst betrieben hat. Diese könnten häufig recht einfach in die ersten Franchise-Standorte umgewandelt werden. Auch, wenn der Franchisegeber bereits auf viel Spezialwissen oder Werbeinstrumente zugreifen kann, senkt auch dies die Kosten.

Eng hiermit verbunden und schon früh in den Planungen ein wichtiges Thema, ist die Höhe der Franchisegebühren. Diese sollten nicht nur langfristig die Kosten decken, sondern auch fair und transparent sein. Nur dann werden die Franchisenehmer diese auf Dauer akzeptieren.

 

Neue Aufgaben für den Franchisegeber

Allerdings kommen mit dem Aufbau eines Franchise auf den Franchisegeber viele neue Aufgaben zu, die sie womöglich aus ihrem bisherigen Firmenalltag noch nicht kennen. Dies umfasst beispielsweise das Aufsetzen eines Franchisevertrags, die Gewinnung von Franchisepartnern oder organisatorische Tätigkeiten innerhalb des Franchise-Systems. Unter Umständen müssen hierfür langfristig neue Mitarbeiter eingestellt werden. Eine Möglichkeit, die Kosten zu senken, ist häufig ein langsamerer Systemaufbau. So können beispielsweise die eigenen Mitarbeiter zumindest in der ersten Zeit viele Aufgaben übernehmen.

Viele Geschäftsmodelle sind franchisierbar und bringen die Voraussetzungen für ein Franchise mit. Allerdings muss dieses auf jeden Fall multiplizierbar sein. Im besten Fall lässt sich das Geschäftsmodell ohne großen Aufwand von einem Standort an den nächsten übertragen.

 

Was muss ein guter Franchisegeber können?

Neben den finanziellen Voraussetzungen kommt jedoch häufig ein wichtiger Aspekt zu kurz: Wer ist ein guter Franchisegeber? Wer mit der Idee spielt, Franchisegeber werden zu wollen, sollte sich also auch ein paar persönliche Fragen stellen. Der Franchisegeber trägt in Zukunft nicht nur die Verantwortung für sich und seine eigenen Mitarbeiter, sondern auch für die Franchisenehmer und deren Mitarbeiter – und deren Familien. Unternehmer sollten sich die Frage stellen, wie sie als Franchisegeber sein möchten. Ein Teamplayer? Inspirierend und voller neuer Ideen?

Zudem sollen sie darüber nachdenken, wie die Franchisekultur aussehen soll. Schafft es der Franchisegeber wirklich, einen echten Franchise-Spirit aufzubauen? Franchisegeber sollten zudem bereit sein, ihr Franchise stetig weiterzuentwickeln und an die Franchisenehmer weiterzugeben. Dazu gehört es auch, offen für Veränderungen und neue Technologien zu sein.

 

Wann kann es losgehen?

Richtig los geht es mit dem Franchise erst dann, wenn die Grundlagen stabil sind. Bevor die ersten Franchisenehmer an Bord kommen, sollten mindestens zwei Drittel der Leistungen an diese feststehen. Kommen dann nach und nach weitere Franchisenehmer hinzu, können viele Punkte ausgebaut und verbessert werden, beispielsweise die Schulungen oder ein optimierter Prozess zur Partnergewinnung.

Damit das Franchise ein Erfolg wird, spielt die Corporate Identity eine entscheidende Rolle. Wie soll die Marke aufgebaut sein, damit sie in jeder Stadt erfolgreich ist und die Kunden sie auf einen Blick wiedererkennen – egal, ob in Hamburg oder in München?

Jedes Produkt muss an jedem Standort exakt die gleiche Qualität aufweisen. Am Beispiel von Gastronomie-Franchises wird dies besonders deutlich: Die Pizza sollte an jedem Standort gleich schmecken. Zudem sollten die einzelnen Standorte einen gewissen Wiedererkennungswert bieten. Hier spielt die Corporate Identity eine wichtige Rolle.

Zu einem erfolgreichen Franchise gehört also gute Planung. Von heute auf morgen den Sprung ins kalte Wasser wagen, ist nicht ratsam. Doch wie gelingt der Aufbau eines Franchise-Systems am besten? Viele typische Anfängerfehler lassen sich durch eine gute Beratung vermeiden, was letztlich auch die Kosten senkt. Hierbei hilft Ihnen Christian Becker von Artemis Franchise weiter. Sprechen Sie uns noch heute an und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin!

22. Jul. 2024

Produktions-Franchising als besonders beliebte Franchiseart

Produktions-Franchising, Vertriebs-Franchising und Dienstleistungs-Franchising sind die gängigsten Franchisearten. In diesem Blogbeitrag schauen wir uns das Produktions-Franchising (auch als…
Mehr lesen...
19. Jul. 2024

Vielfalt und Inklusion fördern

Viele Franchisegeber entscheiden sich dafür, Personas des idealen Franchisenehmers zu erstellen und wählen auf dieser Basis geeignete Kandidaten aus. Doch auch im Franchise bringen Vielfalt und…
Mehr lesen...
15. Jul. 2024

Verfahrensdokumentation im Franchise

Die Verfahrensdokumentation wird nicht nur seit 2015 vom Finanzamt gefordert, sondern ist auch hilfreich, um sich nochmals mit der systematischen Erfassung und Beschreibung von Prozessen zu befassen
Mehr lesen...